Bildbetrachter

Graphoscope

Graphoscope

Bildbetrachter Ende des 19. Jhdts.

Zu Ende des 19. Jhdts. wurde ein Graphoscope zur vergrößerten Betrachtung von Fotografien und Stereokarten benutzt. In einem zusammenklappbaren Holzrahmen befand sich ein Vergrößerungsglas häufig in Verbindung mit einem Stereoskop und eine Halterung für die Bildvorlagen. Zu dieser Zeit waren auch die Kabinettkarten verbreitet. Das waren Aluminiumpapierabzüge im Format etwa 100 mm x 150 mm, die auf einem verzierten Karton aufgezogen waren.

View-Master 2D-Projektor

Zum View-Master System wurden drei Arten von Projektoren angeboten: 3D-Projektor mit Bildtrennung durch Polfilter, der Standard-Projektor und der Juniorprojektor für die 2D-Projektion. Eine Variante des Juniorprojektors zeigt die Abbildung. Über ein Prismensystem ist der auf der Bildscheibe eingedruckte Bildtitel zu beobachten. Ein mechanisch zu bedienender Pfeil dient als Pointer. Das abgebildete Modell S1 ist aus den 1950er Jahren.

View-Master 2D-Projektor

View-Master 2D-Projektor

Auch eine Form der Bilddigitalisierung: Foto von der Projektion mit eingeblendetem Zeiger. Bei einem Projektionsabstand von 1,80 m erhält man eine Bildformat etwa der Größe DIN A4. Immerhin etwa 22 fach.

View-Master Projektion

View-Master Projektion

Stereomat – Maliscop

Anfang der 70er Jahre war in der DDR der Stereomat (oder auch bekannt unter Maliscop) als Spielzeug und im Andenkenhandel erhältlich. Diapositive der Größe 28mm x 22mm waren auf Bildkarten im Format von 10cm x 4,2cm montiert. Inhalte der Bildkarten waren Märchen oder Städte- und Landschaftsserien.
MaliscopRaumbild Dias

Viewmaster

In den USA wurde 1939 der Viewmaster entwickelt, wohl der meist verbreitete Stereobetrachter. Auch heute noch ist das Gerät in Spielwarenläden mit den View-Master-Scheiben werden nach DIN 4531 erhältlich. Mein Exemplar ist von der Firma Sawyers in den USA vermutlich in den 60er Jahren gefertigt. Varianten in Lizenzfertigung wurden u.a. in Tschechien bei Meopta und in der DDR hergestellt. Seit etwa 1960 war eine spezielle View-Master Kamera erhältlich. Weiter gab es auch sprechende View-Master mit Audioaufzeichnung.
BildscheibeView Master

Stereoskop

Linsenstereoskop für Durchlichtbetrachtung mit fokussierbarem Abstand. Vermutlich aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Zur Benutzung mit Glasplatten 13cm x 6cm. Zwei hintere Einschübe für Bildträger und Mattscheibe, hergestellt in Frankreich. Hier mit Originalplatten aus dem I. Weltkrieg.
Stereoskop

Holmes Stereoskop

Die weiteste Verbreitung fand das Stereoskop in der 1861 von Oliver Wendell Holmes entwickelten Bauform, ein Stereoskop mit Schärfeeinstellung, das zu einem De-facto-Standard wurde (quelle Wikipedia). Hier die Variante aus dem besitz des Sammlers mit zwei Stereokarten aus dem Berlin des Kaiserreichs.
Zu betrachten in 3D am Bildschirm auch mit dem Loreo-Viewer.

Holmes Stereoskop
Stereocard  Stereocard

Linsenstereoskope und Brillen

Die örtliche Bildtrennung und Betrachtung mit Linsenstereoskopen war besonders für den Druckbereich bedeutend. Auch zum Selbstbau
wurden den Büchern Bausätze beigelegt. Der deutsche Zoll betrachtete das Buch dann ggf. als optisches Gerät und erbat eine Einfuhrgebühr. Eine interessanteLösung stellte die KMQ-Brille dar, bei der die Bildpaare übereinander angeordnet waren und größere Formate bedienten. Der Vorteil gegenüber dem Anaglyphenverfahren lag in der vollen Farbinformation und den nicht auftretenden Störbildern. Wesentlicher Nachteil ist jedoch die Einschränkung des Formats.

linsenstereoskopLunette Stereoopticon

Spiegelstereoskop

Mit einem Spiegelstereoskop wird der Strahlengang zweimal umgeleitet, um von der geringen Augenbasis auf einen größeren Bildabstand zu gelangen und somit größere Bildformate zu handhaben. In der Abbildung sehen Sie ein geöffnetes Handstereoskop mit justierbarer Parallaxe.
Größere Geräte mit Messmarke wurden auch im professionellen Bereich eingesetzt. Das vorgestellte Exemplar ist zu aufwendig für das geringe Raumerlebnis.
Spiegelstereoskop