Kameras

iconP13D-Kameras hat die Fotoindustrie seit jeher gefertigt. Darunter gibt es hochwertige Klassiker. Aus meiner Sammlung stelle ich analoge Kameras und die digitalen Fuji Finepix 3D und eine Videokamera von LG mit ihren technischen Merkmalen hier vor. Obwohl die analogen Kameras ihre Bedeutung verloren haben, ist es interessant die Technik dahinter aus heutiger Sicht zu betrachten. Waren doch die Systeme nicht nur für den Fotoamateur, sondern auch für industrielle Anwendungen konzipiert. Experimentiert man mit den alten analogen Aufnahmesystemen herum, dann wird man die Überlegenheit der digitalen Systeme anerkennen und in der praktischen Anwendung heute selbstverständlich nutzen.

Wie man analoge Amateurkameras auch für messtechnische Anwendungen in digitalen Umgebungen einsetzen kann, ist dem Beitrag IMAGE ACQUISITION FOR DIGITAL PHOTOGRAMMETRY USING „OF THE SHELF“ AND METRIC CAMERAS, CIPA Symposium 2001, Potsdam zu entnehmen. Hier der Link zum Donload des Beitrags, klicken Sie auf das Icon.

Meopta Stereo 35

Das System Meopta Stereo 35 ist ein Nachbau des View-Master Systems, das um etwa 1970 in der damaligen Tschechoslowakei gefertigt wurde. Die Firma Meopta entstand 1946 durch Verstaatlichung des 1933 gegründeten Unternehmens Optikotechna. Die Stereo 35 hat einen festen Fokus mit Objektiven 1:3.5/25 mm bei einem Objektivabstand von ca. 64 mm. Die Verschlußzeit ist 1/60 Sekunde oder Offenblende. Das Bildformat ist 13 mm x 11 mm. Der Filmverlauf in der Kamera ist diagonal analog zur View-Master Kamera II. In der Handhabung hebt sich der helle Sucher hervor. Das Design der Kamera ist schlicht. Passend zu dem Format wurde eine Stanze angeboten. Der Viewer wurde unter der Bezeichnung Meoskop vertrieben. Neben der Stereo 35 wurde auch die Mikroma-Stereo hergestellt, eine Kamera mit einem 16 mm Rollfilmformat.

Stereosystem von Meopta - ein View-Master Nachbau

Stereosystem von Meopta – ein View-Master Nachbau

Diagonaler Filmverlauf im View-Master System

Diagonaler Filmverlauf im View-Master System

Gespanne

Mit dem Begriff Gespanne werden zwei baugleich montierte Kameras bezeichnet. Industriell gefertigt aber auch häufig als Eigenbau-Anfertigungen existieren Lösungen mit den unterschiedlichsten Kameratypen. Ich stelle hier zwei meiner Gespanne für das Kleinbild vor. Die Lomo LC-A mit 32 mm Brennweite und ein Klassiker der Kleinbildfotografie, die Rollei 35 mit 40 mm Brennweite. Die Kameras sind auf stabilen Stereoschienen der Länge 30 bzw 60 cm montiert und werden durch Doppeldrahtauslöser synchron ausgelöst. Der stereoskopische Bereich bis etwa 20 m ist damit abgedeckt. Für größere Entfernungen benutze ich nur eine Kamera mit Einbeinstativ.

Lomo LCA 32mm montiert auf einer 30 cm Stereoschiene

Lomo LCA 32mm montiert auf einer 30 cm Stereoschiene

Rollei 35, ein Klassiker der Kleinbildfortografie  mit 40 mm Objektiv

Rollei 35, ein Klassiker der Kleinbildfortografie mit 40 mm Objektiv

Zorki mit Strahlenteiler-Vorsatz

Zorki 1 (leica Nachbau) mit Strahlenteilervorsatz))

Zorki 1 (leica Nachbau) mit Strahlenteilervorsatz))


KMZ (Krasnogorski Mekhanicheskii Zavod) kopierte nach dem Weltkrieg II Kameratypen von Leica und Zeiss, die unter dem Namen Zorki vermarktet wurden. Später kam mit weiter Verbreitung das Modell Zenit hinzu. Die hier abgebildete Zorki 1 ist eine Messfeldkamera mit einem Industar f 3,5 50 mm Objektiv. Kürzeste Objektentfernung ist 1,2 m. Belichtungszeiten sind bis zu 1/5oo Sekunde. Eine Belichtungsmessung muss mit einem externen Belichtungsmesser oder nach Tabelle erfolgen. Der aufgesteckte Strahlenteiler teilt das 35 mm Kleinbildformat in zwei Hälften. Ein zusätzlicher Sucher zeigt das reduzierte Bildfeld. Das Prinzip entspricht dem der weiter unten beschriebenen Loreo. Der Schritt zur digitalen Weiterverarbeitung der Raumbilder kann über einen Scan von Positivabzügen, z.B. 13 x 18 cm erfolgen. So wird mit einem einfachen Büroscanner eine hinreichende Auflösung mit akzeptabler Qualität erreicht.

Mittelformat Sputnik

Sputnik Die dreiäugige Stereo-Mittelformatkamera Sputnik wurde ab 1960 von LOMO in Leningrad hergestellt. Die Objektive 1:1,4 / 75 mm befinden sich in einem Abstand von 63 mm. Das Format eines Halbbildes ist 6×6, mit einem 120er Rollfilm erhält man somit sechs Stereobildpaare. Die Blendeneinstellung umfasst den Bereich von 4,5 -22. Fokussiert wird ab 1,3 m bis unendlich. Die Belichtungszeiten betragen 1/10 – 1/100 s und offene Blende. Problematisch ist offenbar die Lichtdichte des Bakalitgehäuses. Mit dem Standardzubehör Kopierrahmen und Linsenstereoskop können Positivkopien gefertigt und betrachtet werden. Der Fotografiervorgang ist klassisch. Blende und Belichtungszeit einstellen, Motiv im Sucher wählen, fokussieren, Verschlüsse aufziehen, auslösen und den Film um zwei Aufnahmen weiterspulen. Der belichtete Film wird nicht zurück gespult, die Filmspulen werden nur ausgetauscht. In der Abbildung unten links sehen Sie den Kopierrahmen und rechts den Innenraum der Kamera. Darunter ist die Betrachtung eines Kontaktabzuges mit dem Sputnik-Stereoskop abgebildet. Daneben der Link zu einemem Side-by-Sied Format.

Kopiereinheit
Sputnik-Stereoskop schlossWolfenbuettelSbySlowRes

FED Stereo-Kleinbildkamera

Industar3D

Felix Edmundowitsch Dserschinski ist Namensgeber für die ukrainische Kamerafabrik und -bezeichnung FED. Die FED Stereokamera ist mit zwei Objektiven 2,8/38 mm ausgestattet. Der Objektivabstand ist 6,3 mm, das Bildformat eines Halbbildes 24 mm x 30 mm. Die Bildpaare werden verschachtelt ohne Filmverlust belichtet, daher variiert der Filmtransport zwischen einem Bild und drei Bildern Vorschub. Die Verschlusszeit der Kamera wird durch den Lichtwert gesteuert. Bei manueller Blendeneinstellung ist die Belichtungszeit 1/30 s, bei Belichtungsautomatik variiert die Zeit von 1/30 s bis 1/650 s. Im Automatikmodus wird bei halbgedrücktem Auslöser Blende und Verschlusszeit ermittelt. Die Batterieangaben variieren je nach Kameramodell. Für das Modell M wird eine 1,5 V Knopfzelle angegeben. Der belichtete Film wird manuell zurückgespult, aber nicht vergessen die Arretierung zu lösen. Für das Bildformat sind spezielle Diarahmen verfügbar, die zur Projektion mit dem FED Stereoprojektor bei Bildtrennung mit Polfiltern benutzt werden. Es ist etwas schwierig, die russischen Bedienungsanleitungen zu interpretieren – das Internet hilft.

anleitungFED640

Im August 2014 habe ich mit der FED Stereokamera einige Testbilder am Schloss Nordkirchen aufgenommen. Die Anaglyphenbilder können Sie durch Klick in den Filmstreifen aufrufen. Die mindere Bildqualität ist auch auf den nicht hinreichenden Scan zurückzuführen. Die Dias werden in einen Stereorahmen 41 mm x 101 mm montiert. Die innere Bildmaske dieser Standardrahmen variiert. Für die FED ist das Format 23 mm x 28 mm geeignet, das auch für die Dresdener Belplasca gültig ist.

filmstreifen

Loreo

Loreo 3D
Die Loreo Kleinbildkamera wurde in der Endzeit des analogen Films gefertigt. Die beiden Halbbilder werden nach dem Prinzip eines Spiegelstereoskops erzeugt. Loreo Asia Ltd., Hongkong www.loreo.com vertreibt heute noch Strahlenteiler auch für hochwertige SLR-Digitale und 3D-Zubehör wie den Loreo-Betrachter aus Karton für side-by-side Bilder.
loreo240
Hier der Scan eines Frames mit den beiden Halbbildern. Klicken Sie in das Bild zur Anzeige eines Side-by-Side Formates zur Betrachtung mit dem Loreo Viewer. Stellen Sie den Zoomfaktor des Browsers entsprechend ein.Für ernsthafte Anwendungen sind die Strahlenteiler nicht zu empfehlen.

Fuji Finepix 3D digital

Die Fujifilm Finepix Real 3D Kamera ist mit zwei 2/3 Zoll Sensoren und Zoomobjektiven von 6,3 – 18 mm ausgestattet. Einen Sucher hat die Kanmera nicht, dafür aber einen Lenticular LCD-Monitor. Die Aufnahmefunktionen entsprechen denen üblicher Digitalkameras. Gespeichert werden die Bilder im MPO (multiple picture object) und JPG Format. Die Auflösung beträgt 2x 3649x2736px.
Fuji Finepix            theodolitFujiDThumnail
Fuji hat auch einen Bestellservice für Lenticularbilder eingrichtet. Die Abzüge sind nicht kostengünstig aber von guter Qualität und bei entsprechend geeigneten Objekten recht eindrucksvoll. Die Musteraufnahme hier ist ein Graustufenanaglyphenbild eines Theodoliten mit aufgesetzter Bussole, hergestellt 1989 in Krasnogorsk.

LG 3D Videokamera

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Die LG Videokamera ist denkbar einfach zu bedienen. Mit einem Einstellrad für Aufnahme, Wiedergabe, Datenübertragung und Einstellungen sowie Schalter für 2D/3D Modus, Menü und Displaydarstellung. Das aufklappbare Duisplay ist mit Lenticulartechnik ausgestattet. Das Objektiv muss zur Aufnahme um 90 grad gedreht werden. Zwei Tasten ermöglichen Zoom und Einzelbildaufnahme während der Videoaufzeichnung. Sie Können hier einige Standbilder in Anaglyphendarstellung betrachten. Die Beispiele zeigen deutlich den Raumeindruck im Nahbereich und das Zusammenspiel von Vorder- und Hintergrund. Ein Videoclip (Eisenbahn) steht zum Download bereit. Die Bilder werden mit halber Breite in einem Frame gespeichert. Klicken Sie in die Icons.

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Toys – Spielzeuge

Werbung und Spielzeugindustrie bedienen sich häufig der 3D-Technik. Lenticulartechnik (Wackelbilder), Anaglyhen und Stereobetrachter aus Karton sind kostengünstige Medien. Im Bild sehen Sie eine 3D-Webcam, die unmittelbar auf dem Bildschirm Anaglyphen anzeigt. Die zugehörige Software gestattet ein Speichern der Filme und die Ergänzung der Bilder mit Markierungen. Die 3D-DXG digitale Kamera speichert in einem Bildformat zum fertigen Ausdruck für den Kartonbetrachter. Als Plastikkamera für das sogen. Halbformat (24mm x 18mm) gehört die Holga 135 TIM noch zur analogen Klasse. Bei einer Aufnahme bilden zwei Objektive in geringem Abstand auf ein Kleinbild ab. Wow – 36 Stereobilder mit einem Film, aber nur Nahbereich. Für alle gezeigten System sind um 20 Euro auszugeben. Einsatzmöglichkeiten beim Kindergeburtstag.
toys

Zusammenfassung – Conclusion

Einen Gesamtüberblick über den Einsatz stereoskopischer Techniken auf PC und in TV wurde 2011 beim CIPA Symposium in Prag präsentiert.Hier können Sie die Vortragsfolien herunterladen. An das Textdokument gelangen Sie über die Homepage.
conlusion