Maker Faire Hannover 2018

Zur diesjährigen Maker Faire fanden 21.000 Besucher den Weg in das HCC. Besonders aufgefallen ist mir ein Zeitsprung am Stand des Fotografen Thilo Nass. Silberbilder nannte sich das Projekt. Portraits werden nach dem historischen Kollodium-Nassverfahren auf Metall- oder Glasplatten hergestellt. Das Aufnahmesystem ist eine Holzkamera von 1900. Als ich vorbei kam hatte sich gerade Shiroku für die Portraitsitzung bereit gemacht. Shiroku, eine Cosplay-Künstlerin, war selbst ein Projekt der Maiker Faire. Ich zeige hier ein Anaglyphenbild von der Portraitaufnahmen.

Portraitsitzung beim Fotografen Nass

Die Folien meines Vortrages 3D-Fotografie mit dem Raspberry Pi stehen hier zum Download bereit.
Download Vortragsfolien PDF

3D Photo Booth

Mit dem Post vom 19. Juli habe ich die Komponenten eines autonomen Stereosystems vorgestellt. Jetzt musste eine Kiste Lübecker Rotspon her, die alle Komponenten aufnimmt. Miniaturisierung ist nicht gefragt. Aber modular soll es schon werden. So habe ich mich für den 3D-Druck von separaten Trägerplatten enschieden, die in die Kiste eingesetzt werden und die Komponenten aufnehmen. Im Inneren befindet sich eine sehr einfache Regalstruktur. Kernstück ist die Trägerplatte für die Kameras. Die horizontale Verschiebung ist kein Problem. Aber die vertikale Anordnung sollte halbwegs ohne Erzeugung einer Vertikalparallaxe sein. Hohe Genauigkeit ist mechanisch nicht erreichbar, daher wird das System kalibriert und die Korrekturfaktoren sind in der Software zu berücksichtigen.

Die sichtbare Stege werden getrennt und die Kameraplatten seitlich eingeschoben. Stopper verhindern die horizontale Verschiebung. Jeweils eine Lasche ist für die Stabilisierung des Flachbandkabels zur CSI-Schinttstelle vorgesehen.

3D Photo Booth in der Weinkiste mit Displa und Drucker
Stereokamera in Regalbauweise

Auf dem kleinen Thermodrucker wird die URL des Side-by-Side Formats und das Aufnahmedatum ausgegeben. Im 5″ Display erscheint ein Vorschaubild und später das Anaglyphenbild. Das Innenleben unserer Photo Booth gestaltet sich recht experimentell, ist aber im Teststadium ganz praktisch. Im nächsten Post werden die ersten Stereofotos veröffentlicht. Danach können wir uns der Software zuwenden.

Raspi 3D-Kamera – die Hardware

Es geht weiter mit der Entwicklung unserer Raspi 3D-Kamera. Der Prototyp, vgl. Post vom 15. April 2018, ist in einem Kodak-Hawkeye-Gehäuse eingebaut. Zwei Omnivision Kameras sind über das ArduCam-Multikamera-Board gekoppelt. Bedient wird die Software mit Hilfe von VNC über einen Drittrechner, vorzugsweise Smartphone. Nachteilig an der Camera obscura ist die unzureichende Synchronisationszeit. Im Bild zu sehen, das funktionsfähige Modell der 3D-Kamera im Kodak-Gehäuse.

Raspi 3D Canera obscura der Prototyp

Bauelemente für die Raspi 3D-Cam. Raspberry Pi Zero W, Omnivision oder Sony Kamera, Objektive und Synchronauslöser

Das weitere Kamerakonzept basiert jetzt auf zwei Raspberry Pi Zero W Rechnern, zwei Kameras ggf. mit Zusatzobjektiven und einem Schalter für die Synchronauslösung. Mit dem Python Modul gpiozero ist die Buttonabfrage denkbar einfach. Jetzt noch eine Stromversorgung und wir können mit minimaler Konfiguration eine Stereokamera bauen.
Komponenten für ein autonomes System: 5″ Display, Thermodrucker, Accupack, Kabel und Schalter

Wir wollen aber einen Schritt weitergehen und nicht die Minimalisierung im Auge behalten, sondern ein autonomes System erstellen. Die Kamera soll nach der Vorschau Halbbilder aufnehmen und das Stereoformat unmittelbar auf ein Fotoportal hochladen. Notwendig wird ein HDMI-Display für die Vorschau. Vorgesehen ist ein kleiner Drucker und später noch ein mobiler Hotspot. Wir benötiigen Stromversorgung, ein paar Kabel und Schalter.

Im nächsten Post wird über den Zusammenbau berichtet. Die Basis wird verschiebbar und wir konzipieren eine 3D Photo Booth. Bei Interesse sehen wir uns auf der Maker Faire in Hannover am 15. September.

Google VR View und CORS

Cross-Origin Resource Sharing (CORS) ermöglicht Webbrowsern Cross-Orgin Requests, das sind domainübergreifende Zugriffe. Ein Webclient fordert z.B. eine Website an, die wiederum auf eine andere Domain zugreifen möchte. Der Mechanismus kann auf verschiedene Weise hergestellt werden. Für Chrome existiert eine Browsererweiterung. Über ein Icon in der Browserleiste, kann man die Zugriffe zulassen oder abweisen. Bei Google VR View-Anwendungen sind die CORS-Einstellungen von der URL der JavaScript-Bibiothek abhängig.

CORS – Settings in der Google-Erweiterung
Die folgenden Links zeigen einige 360-Grad-Images und ein Video, die mit Google VR View auf dem PC eine freie Navigation im Bildraum mit der Maus ermöglichen. Auf dem Handy wird sich bei Stereoaufnahmen das Cardboard-Symbol zeigen.
360-Grad-Fotos und ein Video

Stereogranimator der NYPL

Die New York Public Library stellt im Internet ihre und weitere Sammlungen von Stereokarten der Öffentlichkeit zur Verfügung. Man kann die Bilder nicht nur in paralleler Anordnung anschauen, sondern auch online als Anaglyphen oder animierte GIFs umrechnen und downloaden. Eigene Bilder im Side-by-Side-Format ordnet man über seinen Flickr Account dem Projekt zu. Die Website stereo.nypl.org bietet darüber hinaus weitere interessante Informationen über die Stereoskopie. Exemplarisch an dieser Stelle Officers of the Japanese Army at Peking, China, eine Aufnahme von 1902. Einschränkungen an den Bildrechten sind nicht bekannt.

Stereokarte der Boston Public Library

GIF made with the NYPL Labs Stereogranimator - view more at http://stereo.nypl.org/gallery/index
GIF made with the NYPL Labs Stereogranimator

17. Internationales 3D-Forum Lindau

Am 15. und 16. Mai fand in der Inselhalle in Lindau das 17. Internationale 3D-Forum statt. Auf der Fachfirmenausstellung konnte man am Stand der Firma Geofly die ULTRACAM des Herstellers Vexel Imaging bewundern. Ich möchte hier nicht auf Details dieser Luftbildkamera eingehen, sondern den Freunden der GoPro die Dimensionen dieser Kamera vorstellen. Bei einem Durchmesser von 43 cm und einer Länge von 76 cm hat die Kamera ein Gewicht von 64 kg. Diese Nadirkamera ermöglicht gleichzeitig Schrägaufnahmen. Das Sensorsystem nimmt panchromatische Bilder mit einer Auflösung von 13.470 x 8670 px und Farbbilder mit 6735 x 4335 px auf. Bei einer Flughöhe von 1538 m liegt die Objektauflösung bei 10 cm (GSD ground sample distance).

Photogrammetrische Nadirkamera ULTRACAM

3D-Kongress der DGS

Die Deutsche Gesellschaft für Stereoskopie veranstaltete anlässlich ihres 90jährigen Bestehens den 20. 3D-Kongress vom 25.-27. Mai in der ‘Alten Pumpe’, Berlin. Etwa 150 Teilnehmer folgten den Projektionen und Workshops. Die ‘Alte Pumpe’ ist ein Industriedenkmal des 19. Jahrhunderts und diente der Stadtkanalisation. Erbaut wurde das Pumpwerk 1881-1883. Heute befindet sich die Restauration im Kessel- und Maschinenhaus.

Meine Bilder wurden mit dem Smartphone und der SVPro VR-Kamera aufgenommen. Die Auflösung beträgt 2 x 1280 x 720 px. Hier findet der Besucher zwei Anaglyphendarstellungen, eine davon in Sepia. Beide Bilder sind verzeichnungskorrigiert und mit der Rot-Cyan-Brille zu betrachten.

Die Vortragsfolien meines Workshop-Beitrags ‘Himbeere mit zwei Augen’ kann man hier herunterladen.

Alte Pumpe in Berlin (RGB)

Alte Pumpe in Berlin (Sepia)

Flexaret

Am 4. Mai 2018 fuhr ich mit dem Zug von Cheb nach Pilsen. Im Magazin der Tschechischen Eisenbahn fand ich einen interessanten Artikel über die Mittelformatkamera Flexaret. Den Artikel konnte ich wgn. mangelnder Sprachkenntnisse nicht lesen. Aber das Bild ist ja eindeutig. Ein Mittelformat-Gespann von 1959. Die Kameraentwicklung begann 1936 in der Firma der Gebr. Bradac, die später in Optikotechna überging. Bis 1971 wurden noch Flexaret bei Meopta gebaut. (Quelle: hmw-foto.at)

Artikel aus dem Magazin der Ceske Drahy
Artikel aus dem Magazin der Ceske Drahy

Anaglyphen

Die Buchdruckerei und Verlagsgesellschaft Dreyer & Co., Berlin SW61, Yorckstr. 58 brachte kurz nach dem Krieg unter der Bezeichnung Plastostereoskop Raumbildhefte heraus. Die Druckgenehmigung für das abgebildete Heftchen “Potsdam vor dem Kriege” im Format A6 ist vom 29. April 1946. Heute, 72 Jahre später, sind Anaglyphen auch im Computerzeitalter für eine einfache 3D-Betrachtung ein geeignetes Hilfsmittel. Im Vergleich zur VR-Brille nicht so beeindruckend, aber schnell zur Hand. Der Leser wird darauf hingewiesen, die Brille nach Gebrauch tunlichst wieder einzustecken.

Potsdam nch dem Kriege – Raumbildheft mit Anaglyphen
Erinnerungen an Potsdam im Plastostereoskop